Montag, 14. Dezember 2020

Mütter + Väter von Kinderunis-Kindern schreiben mir oft. Nicht wegen der Kinder. Sondern weil sie selbst so VIELES haben, was sie bewegt. Was bewegt SIE? Wenn Sie mir schreiben – antworte ich Ihnen. Gerne.

 


Warum versteht mich keiner – das ist so eine Frage von hochbegabten Menschen, die mir oft gestellt wird: Warum verstehen die Menschen mich nicht?

 

Das dachte ich schon, als ich noch ganz klein war. Aber dann gab es einen Lichtblick: Ich war so zwischen 3 und 4 Jahren und meine Tante – in meiner zweiten Heimat auf dem Land, im Westerwald – erreichte, dass ich zeitweise zur Schule gehen durfte.

 

Ich durfte meine Fragen zwar erst nach dem Unterricht stellen – aber endlich konnte ich fragen und bekam die richtigen Antworten.

 

Ein Lichtblick!

 

Nicht verstanden zu werden – ist für Hochbegabte fast das Schlimmste. Allerdings nicht für alle Hochbegabte. Denn auch bei Menschen mit einem hohen IQ gibt es Unterschiede. Große Unterschiede. Sehr große Unterschiede.

 

Normalerweise erkennen wir ja die Hochbegabten sofort – weil sie irgendein Merkmal haben, dass ganz außergewöhnlich ist. Aber es gibt auch die anderen Hochbegabten – die unauffälligen Hochbegabte – wie mich.

 

Ich erzähle Ihnen jetzt eine Geschichte – vielleicht erkennen Sie sich. Und vielleicht haben Sie dann Fragen.

 

Blicken wir erst einmal auf die Typischen – und dann auf eine nicht typische Hochbegabte:

 

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

 

Man kennt sie.

 

Dann gibt es noch die anderen.

 

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

 

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

 

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem bekannten Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz, das für alle Menschen eine Erleichterung sein sollte. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

 

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder größeren Stadt stehen diese Interviewer auf den bekannten Einkaufsstraßen und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Straßeninterviews nennen wir das. In Köln ist dafür z.B. die Schildergasse bekannt. Ganz zu Anfang meines Studiums habe ich da auch oft gestanden – und vielleicht sind wir uns begegnet und ich habe Sie gefragt, welche Marmelade Sie zu Ihrem Frühstück bevorzugen.

 

Vielleicht haben Sie mir geantwortet. Vielleicht waren Sie in Eile – und sind gleich weiter gezogen. Aber jetzt haben wir vielleicht Zeit für einander. Vielleicht stellen SIE ja jetzt die Fragen. Nicht auf der Schildergasse – sondern hier per Mail.

 

Zurück zur Marktforschung und zum WIR. Wir, das waren meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich leitete zu jener Zeit ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren sehr bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

 

In meinem Verband war das alles bekannt.

 

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Straße ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Straße und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Der kann sie prüfen und weiter geben in den Bundestag.

 

Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

 

Wie, sagte ich: 50 Menschen? 

 

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

 

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in den Bundestag zu bringen?

 

Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

 

Warum so zaghaft?

 

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen saßen, waren die Menschen, die täglich über Millionen (!) entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr! Warum um alles in der Welt so zaghaft?

 

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry –  100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen. Und vielleicht müssen wir das alles vergessen. Es sei denn, der Mut der Frauen und Männer würde erwachen.

 

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es bei mir raus:

 

1.000 INTERVIEWS!

 

1.000 Interviews? Der Aufschrei hat den Kölner Dom zum Wanken gebracht.

 

1.000 Interviews?

 

Diese Junior-Ausgaben der Top-Manager*innen benahm sich – als würden sie nicht bis 3 zählen können.

 

1.000 Interviews?




 

Das Entsetzen war groß. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist losgeht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat:

 

🌟GEHT NICHT!

🌟FUNKTIONIERT NICHT!

🌟SCHAFFEN WIR NICHT!

🌟WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT!

🌟WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

 

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich bereits das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren.

 

Gesagt. Getan.

 

Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den „höchsten Stundenlöhnen“, die hier und heute ehrenamtlich auf die Straße gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

 

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alles perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von inzwischen fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert, so leidenschaftlich arbeiten gesehen.

 

👄Alles für das EHRENAMT!

👄Es wurde keine Geld ausgegeben!

👄Niemand bekam Geld für diese Arbeit!

 

Am nächsten Morgen wurde noch einmal alles kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Universität der Stadt. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

 

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“: In den Deutschen Bundestag.

 

Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass diese 1.000 Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich alle, alle wollten.

 

Schließlich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht.

 

Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht. Auch nicht so charmant wie eine Melodie von Mozart.

 

Aber es erleichtert seitdem jedem Menschen das Leben.

Und das Tag für Tag in Deutschland.

 

Hochbegabte sind manchmal anders.


Ihre Ergebnisse sind weniger prickelnd – aber sie können die Türen öffnen, die verschlossen waren. Sie können Sachen wieder ans Laufen bringen – an die niemand mehr geglaubt hat. Und: Sie können in der Krise ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

 

Wenn Sie hochbegabt sind und Fragen haben: Mailen Sie mir bitte Ihre Fragen: lillicremeraltgeld@t-online.de

 

Wenn Sie – vielleicht - hochbegabt sind und Fragen haben: Mailen Sie mir bitte Ihre Fragen: lillicremeraltgeld@t-online.de

 

Danke.

Ich freue mich auf Sie.

Echt jetzt!

 

 

Herzlichst,

Ihre 

Lilli Cremer-Altgeld

lillicremeraltgeld@t-online.de





Montag, 30. November 2020

Schul­klas­sen-Sel­fies flie­gen mit ESA-Astro­naut Mat­thi­as Mau­rer ins All


 Hand in Hand um die WeltCredit: DLR (CC-BY 3.0)


  • Matthias Maurer nimmt im kommenden Jahr selbstgemalte Bilder von Grundschülerinnen und -schülern mit zur ISS.
  • Einsendeschluss für den Malwettbewerb im Jugendportal DLR_next ist am 15.01.2021.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Nachwuchsförderung

Gemeinsam mit einem echten Astronauten die Erde umkreisen: Das ist für viele Kinder ein Traum. Für einige von ihnen kann er jetzt Wirklichkeit werden, sie dürfen den deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer auf seiner für 2021 geplanten Mission zur Internationalen Raumstation ISS begleiten – und zwar in Form eines selbstgemalten „Klassen-Selfies“. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) lädt dazu Grundschulklassen ab der 3. Jahrgangsstufe zu einem Malwettbewerb ein. Unter dem Motto „Hand in Hand um die Welt“ können sich die Kinder nebeneinander in einer Reihe malen – immer Hand in Hand. Alle eingesendeten Bilder zusammen ergeben so eine lange Reihe. Aus den Einsendungen wählt das DLR 30 Bilder aus, die im Miniaturformat ausgedruckt zu einem etwa zehn Meter langen Papierstreifen zusammengefügt werden. Dieser fliegt in einem speziellen Metallbehälter, der von Auszubildenden aus dem DLR-Standort Braunschweig angefertigt wird, zur ISS und wird dort mit Matthias Maurer viele Male die Erde umkreisen. Dabei ist auch vorgesehen, dass der ESA-Astronaut die Bilderkette vor laufender Kamera ausrollt und schwerelos schwebend präsentiert.

Der Malwettbewerb hat darüber hinaus noch eine andere Besonderheit, denn neben den 30 ausgedruckten Bildern starten auch alle anderen mit zur ISS: Sie werden digital auf einem USB-Stick gespeichert, der sich ebenfalls in dem Metallbehälter befinden wird. „Wir wollen die Kinder nicht nur für Raumfahrt und damit insgesamt für Forschung und Technik begeistern“, erklärt Volker Kratzenberg-Annies, Vorstandsbeauftragter für Nachwuchsförderung im DLR. „Diese Aktion soll zugleich Zeichen für ein soziales Miteinander und für eine positive Zukunftsperspektive setzen. Wir hoffen, dass sich die Kinder auf den symbolischen Mitflug freuen und dem Start wie auch der Rückkehr ihrer Bilder entgegenfiebern.“ Alle teilnehmenden Schulen erhalten eine Urkunde und die ausgedruckten Bilder werden später sogar mit einem Zertifikat an die entsprechenden Schulen zurückgegeben: „Gewissermaßen als ein kleines Stück ‚Weltraum‘ im Klassenzimmer“, sagt Volker Kratzenberg-Annies.

Alle Einzelheiten zur Teilnahme einschließlich eines Musterbildes als Malvorlage finden Lehrkräfte auf dem DLR-Jugendportal DLR_next. Einsendeschluss ist der 15. Januar 2021. Das DLR und auch die Europäische Weltraumorganisation ESA wünschen den Kindern viel Spaß bei diesem spannenden Projekt!


BPB: Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler und die "neue (digitale) Lernkultur"

 Wie können Schülerinnen und Schüler in Vorbereitungsklassen besser eigenständig und kooperativ in offenen Projekten lernen? Und wie können digitale Lernangebote sie dabei unterstützen? Das will ein Projekt zur kollaborativen Konzeptentwicklung untersuchen.


Zwei Kinder, über Buch gebeugt.Wie können digitale Lernangebote dabei helfen eigenständig und kooperativ in Vorbereitungsklassen zu lernen? (© Andrew Ebrahim Unsplash/Lizenz)

Die Schulschließungen im Frühjahr 2020 machten Benachteiligungen im deutschen Schulsystem verstärkt sichtbar. Dies betraf auch (neu) zugewanderte, geflüchtete Schülerinnen und Schüler (SuS) sowie deren Eltern, die häufig kaum Raum und Ressourcen für ein "Lernen zuhause" hatten. Außerdem hatten viele SuS keinen Zugang zu digitalen Lernangeboten. Mehrsprachige digitale Lernangebote als Brücke, um die Barrieren der deutschen Bildungssprache zu überwinden, gab es nur vereinzelt (vgl. Digitales Lernen im "monolingualen Habitus"). Zeitgleich entstanden eine Reihe von Angeboten für digitales Lernen im Homeschooling und Ideen und Konzepte für eine "neue (digitale) Lernkultur".

Welche Erfahrungen machten in diesen Wochen Lehrerinnen und Lehrer in Vorbereitungsklassen[1]? Was waren ihre Perspektiven auf die "neue (digitale) Lernkultur" und was bedeutete das für ihre praktische Arbeit? Im Rahmen einer Expertinnen- und Expertenbefragung der Initiative "Migranten machen Schule / Stuttgart"[2] gaben Lehrende dazu Rückmeldung. Ihre Antworten legten die Grundlagen für das Projekt "Kollaborative Konzeptentwicklung: Digitales Lehren und Lernen in Vorbereitungsklassen (VKL/VABO)". Kennzeichnend für das Projekt ist, dass die beteiligten Lehrkräfte schrittweise wichtige Problemstellungen identifizieren und Handlungsmöglichkeiten erarbeiten. Dies setzt eine hohe Bereitschaft auf Seiten der Lehrkräfte voraus, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen und kontinuierlich zur Konzepterarbeitung beizutragen.

Die Antworten aus der Befragung zeigen ein breites Spektrum an Erfahrungen und Haltungen. Sie verweisen aber auch auf konkrete Handlungsbedarfe und Handlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse bilden im weiteren Verlauf des Projekts den Ausgangspunkt für die Suche nach Lerngelegenheiten, die den besonderen Lebens- und Lernbedingungen neu zugewanderter, geflüchteter Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern Rechnung tragen. Auf diese Weise sollen Lernsettings gefördert werden, die Zugangs-Barrieren abbauen, statt nur nachträglich bei deren Überwindung zu helfen. Die Einbeziehung der Mehrsprachigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle.

Selbstreguliertes Lernen

Zentral für die "neue Lernkultur" sind eigenständiges Lernen, Arbeit in offenen Projekten und Kooperation. "VKLer schaffen das nicht!" lautete eine Reaktion in der Befragung. Die Ablehnung der "neuen Lernkultur" für Schülerinnen und Schüler in Vorbereitungsklassen wird unter anderem damit begründet, dass die in VKL oft eher "bildungsfernen SuS damit überfordert sind" oder, wie mit Blick auf die offene Projektarbeit in Vorbereitungsklassen formuliert wird: "Eigenständiges Arbeiten funktioniert nur dann gut, wenn die Schüler über ausreichende sprachliche Kenntnisse verfügen". Daraus leiten sich für das Projekt unter anderem folgende Fragestellungen ab:
  • Wie kann Mehrsprachigkeit im Unterricht der Vorbereitungsklassen zur Unterstützung des eigenständigen Lernens genutzt werden?
  • Wie muss Projektarbeit gestaltet sein, die den heterogenen Voraussetzungen von Schülerinnen und Schülern gerecht wird?
Sprachbarrieren

Fehlende oder begrenzte Deutsch-Kenntnisse der Lernenden und ihrer Eltern gelten als zentrale Hindernisse der Kommunikation bei der Arbeit in Vorbereitungsklassen. In der Zeit der Schulschließungen führte das für die Lernenden der Vorbereitungsklassen zu deutlichen Einschränkungen der Lernmöglichkeiten: "Viele SuS der Regelklassen haben ihre Aufgaben gemeinsam im Chat bearbeitet. In den Vorbereitungsklassen war dies seltener der Fall, da es dort, unter anderem wegen der Sprachbarrieren und der kürzeren Verweilzeit, weniger enge Freundschaften gibt". Fehlende Deutsch-Kenntnisse haben außerdem Einfluss auf das Unterrichten: "Oftmals scheitert das Vermitteln […] fachliche(r) Kompetenzen […] an der Sprachbarriere."

Aufbauend auf den Erfahrungen der Lehrkräfte sollen jetzt exemplarische Handlungsmöglichkeiten und Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:
  • Wie kann Mehrsprachigkeit dazu beitragen die Kommunikation mit und unter Schülerinnen und Schülern sowie mit deren Eltern zu verbessern?
  • Wie fördert die Einbeziehung der Mehrsprachigkeit das Lehren und Lernen von Deutsch als Zweitsprache?
Digitales Lehren und Lernen

Die Erfahrungen der Lehrerinnen und Lehrer der VKL-Klassen zum Thema digitales Lehren und Lernen sind geprägt von den Schulschließungen im Frühjahr 2020. Der begrenzte Zugang vieler Schülerinnen und Schüler zum Internet und die mangelnde Ausstattung mit Endgeräten waren hohe Hürden für den Einsatz digitaler Lernangebote. Hinzu kamen seitens der Lehrkräfte zum Teil grundsätzliche Bedenken: "Fernlernunterricht [ist] für bildungsferne SuS und für absolute Anfänger beim Deutschlernen nicht zielführend. Solche SuS können auf diese Weise gar nichts lernen." Gleichzeitig wurde deutlich, dass gerade für digitale Lernsettings Aspekte wie Mehrsprachigkeit für eine gelingende Anwendung in Vorbereitungsklassen im Fokus stehen müssen: "Gerade im Hinblick auf Homeschooling ist es besonders wichtig, Aufgaben und Übungsformate sprachlich zu überdenken, da der Lehrer nicht unmittelbar zur Verfügung steht."

Im weiteren Verlauf des Projekts geht es darum, nach digitalen Möglichkeiten zu suchen, die das Handlungsrepertoire der Lehrkräfte erweitern: so könnte das Thema Mehrsprachigkeit im öffentlichen Raum mit Hilfe von Handyfotos erarbeitet werden (linguistic landscaping[3]), kollaborative Tools können für das (mehrsprachige) Beschreiben von zentralen Orten im Stadtteil genutzt werden (Demokratiebildung) und die Arbeit mit interaktiven Bildern könnte die Wortschatzarbeit erweitern.

Das Projekt soll schließlich auch Lern- und Erfahrungsraum für die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer sein: Wie die eigene Expertise einbringen? Wie Verantwortung für das gemeinsame "Produkt" übernehmen? Und wie können digitale Tools auch für eine verstärkte Kollaboration der Lehrenden genutzt werden?

Hintergrundinformationen

Projekt „Kollaborative Konzeptentwicklung: Digitales Lehren und Lernen in Vorbereitungsklassen“

Lehrerinnen und Lehrer erarbeiten im Projekt der Initiative Migranten machen Schule/ Stuttgart gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart / Demokratie leben! einen Konzeptentwurf für die Arbeit mit (neu) zugewanderten Schülerinnen und Schülern in Vorbereitungsklassen (VKL/VABO): Ausgehend vom Wissen und den Erfahrungen der Projektbeteiligten werden Handlungsmöglichkeiten dargestellt und Vorschläge für das Schuljahr 20/21 erarbeitet. Im Zentrum steht die Einbeziehung der Mehrsprachigkeit und die Nutzung digitaler Möglichkeiten für den Unterricht. Die Projektlaufzeit umfasst sechs Monate zwischen Juni und Dezember 2020. Einblick in den Stand des Projekts gibt ein Projekttagebuch. 2021 sollen die Projektergebnisse als interaktive Angebote und OER-Materialien online bereitgestellt werden.

Zur Person

Elisabeth Rangosch-Schneck ist Erwachsenenpädagogin. Sie arbeitet seit 2006 in der Lehrendenbildung mit dem Schwerpunkt Migration und koordiniert das Projekt „Kollaborative Konzeptentwicklung: Digitales Lehren und Lernen in Vorbereitungsklassen (VKL/VABO)“. Zentral für ihre Arbeit ist das „expansive Lernen“ (Holzkamp), das in der Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen durch Lernwerkstatt-Arbeit und forschendes Lernen sowie die Nutzung dafür förderlicher digitaler Möglichkeiten umgesetzt wird.

Fußnoten

1.
Vorbereitungsklassen bereiten an allgemeinbildenden Schulen (VKL) und Beruflichen Schulen (VABO) in Baden-Württemberg zugewanderte, geflüchtete Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen auf den Übergang in Regelklassen, in eine Berufsausbildung oder auf den Besuch eines weiterführenden Bildungsganges des beruflichen Schulwesens vor. (vgl. https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/Fluechtlingsintegration)
2.
Die Initiative „Migranten machen Schule!“ entstand 2006 mit dem Ziel, Lehrpersonen mit Migrationsbiografie und ihre Kompetenzen sichtbar zu machen, Professionalisierungsprozesse zu fördern und junge Migrantinnen und Migranten für den Lehrberuf zu gewinnen. Eine neue Homepage ist im Entstehen, Materialien und weitere Informationen können angefragt werden unter migranten.machen.schule.com.
3.
Linguistic Landscaping („Sprachlandschaften“) macht im öffentlichen Raum schriftlich vorhandene Sprachen sichtbar (Straßen- oder Hinweisschilder, Aushänge in Läden, Plakate usw.). Zunehmend wird das didaktische Potenzial der Methode auch für den Unterricht (vgl. Projekttagebuch S. 16) genutzt.

Samstag, 31. Oktober 2020

Weihnachtsgeschenk - Kate Winslet hat es schon gelesen

 




Und die Menschen bleiben zu Hause


Weihnachtsgeschenk!

💝Für jeden selbst!

💝Für andere!

💝Juniorin - die Große!

💝Junior - den Großen!

💝Schwester!

💝Bruder!

💝Mama!

💝Paps!

💝Granny!

💝Grandpa!

💝Emma!

💝Ben!

💝Anna!

💝Lukas!

💝Marie!

💝Henry!

💝Für alle Liebsten!




Das sagen die anderen:

„Kitty ist es gelungen, diese prekäre historische Phase so sprachgewaltig und warmherzig zu beschreiben, dass ihre Worte auch kommende Generationen erreichen werden. Das Gedicht ist in einer Zeit entstanden, in der wir alle den Glauben daran brauchen, dass etwas Positives aus etwas so Schrecklichem entstehen kann. Kittys Worte lassen uns innehalten und hoffen. Zusammen mit den umwerfenden Illustrationen, die direkt aus dem Leben gegriffen sind, lässt uns das Buch an eine bessere Zukunft glauben.“

—Kate Winslet,  Schauspielerin

„Kitty O’Meara ist die Poesie-Preisträgerin der Pandemie. Das Gedicht ist zum Inbegriff der Hoffnung während des Coronavirus-Ausbruchs geworden. Es stärkt den Glauben daran, dass etwas Gutes aus dieser kollektiven Erfahrung entstehen kann und dass wir alle in unserem Getrenntsein vereint sind.“

—O, the Oprah Magazine

„Und die Menschen blieben zu Hause ist ein bedeutungsvolles Gedicht, das für Menschen jeden Alters in dieser herausfordernden Zeit eine hoffnungsvolle Botschaft bereithält. Es ermutigt uns alle nachzudenken und tief in uns zu gehen – damit wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen und zusammenkommen können, um die Welt zu heilen. “

— Dr. Judy Ho, Neuropsychologin, Autorin, TV-Moderatorin und Podcasterin


Das Gedicht:

Und die Menschen blieben zu Hause.

Und sie hörten einander zu

und lasen Bücher

und ruhten sich aus

und machten Sport

und wurden kreativ

und spielten Spiele

und sie lernten, auf eine neue Art zu leben

und kamen zur Ruhe.

Und sie hörten genauer hin.

Manche meditierten,

manche beteten,

manche tanzten.

Manche begegneten ihren Schatten.

Und die Menschen begannen, anders zu denken.

Und die Menschen heilten.

Und in Abwesenheit der rücksichtslosen,

gefährlichen und herzlosen Lebensweisen der Menschen

begann die Erde zu heilen.

Und als die Gefahr vorüber war

und die Menschen wieder zusammenkamen,

betrauerten sie ihre Verluste

und trafen neue Entscheidungen

und träumten von neuen Ideen

und schufen neue Lebensweisen,

um die Erde vollständig zu heilen,

so wie auch sie geheilt worden waren.


Die Autorin:



Kitty O’Meara
 

lebt im amerikanischen Wisconsin.

Sie ist mit Phillip Hagedorn verheiratet

und das Paar wohnt in einem Haus mit

mehreren Gärten namens Full Moon

Cottage. Im Laufe ihres Lebens war Kitty Lehrerin, Seelsorgerin und spirituelle Begleiterin. Sie liebt es, künstlerisch tätig zu sein und schreibt seit ihrer Kindheit. Und die Menschen blieben zu Hause ist ihr erstes gedrucktes Buch.

 

Der Geist aus der Kiste: Kita „Schwanenspiegel“ als „Forschergeist“-Landessieger Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet

 


„Forschergeist – der bundesweite Kita-Wettbewerb der Deutsche Telekom Stiftung und der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ zur Auszeichnung von herausragenden Projekten im MINT-Bereich.“ 


„Wir wollen eine Murmelbahn bauen. Aber wie geht das?“, wollten die Kinder der Kita „Schwanenspiegel“ in Düsseldorf wissen und begaben sich auf die Suche nach Antworten. Daraus wurde das spannende Kita-Projekt „Wir bauen eine Murmelbahn aus Alltagsmaterialien“, das die Initiatoren des „Forschergeist“-Wettbewerbs – die Deutsche Telekom Stiftung und die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ – zum besten Projekt in Nordrhein-Westfalen kürten und nun auszeichneten.


Berlin/Bonn, 21.10.2020. Die Auszeichnung kam am 21.10.2020 als buntes Überraschungspaket in der Kita an. Darin enthalten: die „Forschergeist“-Trophäe, ein Scheck über das Preisgeld und jede Menge Überraschungen. Da die Landespreisverleihung des „Forschergeist“-Wettbewerbs 2020 aufgrund der aktuellen Situation nicht wie geplant vor Ort stattfinden konnte, gab es die Glückwünsche außerdem als Videobotschaft.


„Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt verstehen. Dabei ist es wichtig, ihnen Zusammenhänge zu erklären. Sie brauchen aber auch die Chance auf kreativen Freiraum, um sich selbst Gedanken zu machen. Damit wird ein wichtiges Fundament für eine gute Bildungsbiographie gelegt. Die Kita ‚Schwanenspiegel‘ hat diesen Ansatz in vorbildlicher Weise umgesetzt. Ich gratuliere herzlich zu der verdienten Auszeichnung“, lobte Familienminister Dr. Joachim Stamp.


Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung und Juryvorsitzender verkündete, warum das „Murmelbahnprojekt“ überzeugen konnte: „Beim Bau der eigenen Murmelbahn aus Alltagsmaterialien wurden die Kinder als Tüftlerinnen und Erfinder aktiv. Sie entwarfen Baupläne, sammelten Erfahrungen mit den Eigenschaften von Materialien und dachten über die Erdanziehung nach. Dabei eigneten sie sich viel neues Wissen an und erlebten sich als Gestalterinnen und Gestalter ihrer Welt.“


„Die Kinder haben so toll miteinander gearbeitet und gemeinsam an Lösungen getüftelt! Sie waren ganz klar die Gestalter des Projekts, wir haben nur kleine Anregungen gegeben und den Prozess begleitet. Besonders hat uns gefreut, dass sich im Projekt viele Fragen ergeben haben, die dann weitere Themen miteinfließen ließen, wie zum Beispiel die Erdanziehungskraft oder Recycling. Wichtig war uns auch, dass die Kinder die Chance bekamen, sich ihre Fragen durch Ausprobieren größtenteils selbst zu beantworten“, berichtete Kitaleiterin Martina Pfister.


„Als lokales Netzwerk begleiten wir die Kita bereits seit einigen Jahren bei der Professionalisierung im MINT-Bereich. Ich freue mich sehr  für die Fachkräfte des Kindergartens, dass sie den ‚Forschergeist 2020‘ in NRW für sich entscheiden konnten und ihre Bildungsarbeit öffentliche Anerkennung findet“, sagte Dr. Susanne Reinold, Koordinatorin des Netzwerks „wonderlabz gemeinnützige UG“.


Die Kita erhält ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro zur Förderung der Qualität der mathematischen, informatischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Bildungsarbeit. Als Landessieger hat die Kita „Schwanenspiegel“ nun zudem die Chance, einer von fünf Bundessiegern zu werden, die am 8. Dezember 2020 in Berlin bekannt gegeben und geehrt werden. Jeder Bundessieger erhält zusätzlich 3.000 Euro.


16 individuelle Preisverleihungen


Auch in diesem Jahr ist es den Initiatoren des Wettbewerbs wichtig, dass die Preise und Glückwunsche auf jeden Fall ihren Weg in die Kitas finden. Allen Landespreisträgern, bei denen ein Besuch möglich war, übergaben die Initiatoren gemeinsam mit den Botschafterinnen und Botschaftern Trophäe und Preisgeld deshalb persönlich. Alle anderen Kitas erhalten die Auszeichnung per Post.


Der „Forschergeist“ ist ein bundesweiter Kita-Wettbewerb der Deutsche Telekom Stiftung und der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Gesucht und prämiert werden herausragende Projekte, die Mädchen und Jungen für die Welt der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistert haben. Am 9. September 2019 startete der Wettbewerb bereits zum fünften Mal. Bis zum 31. Januar 2020 konnte sich jede Kita des Landes online bewerben.
Auf der Wettbewerbs-Website www.forschergeist-wettbewerb.de lassen sich die Landespreisverleihungen öffentlich verfolgen: Hier gibt es aktuelle Fotos und Berichte von unterwegs und von den Preisverleihungen in den Kitas oder von der Ankunft der Überraschungspakete.



 

Kontakt für die Presse:

 

Deutsche Telekom Stiftung

Annika Klaus

Tel 030 8353 82827

annika.klaus@telekom-stiftung.de

 

Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

Clara Teich

Tel 030 27 59 59 -298

presse@forschergeist-wettbewerb.de

 

 

Deutsche Telekom Stiftung

Die Deutsche Telekom Stiftung engagiert sich für gute Bildung in der digitalen Welt. Mit ihren Projekten konzentriert sie sich vor allem auf die MINT-Bildung, also auf Vorhaben rund um Mathematik, Informatik, die Naturwissenschaften und Technik. Die Stiftung unterstützt zum Beispiel die Entwicklung von Unterrichtsmaterial für diese Fächer und die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pädagogen. Sie vergibt Stipendien und arbeitet mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit zusammen. Damit die Projekte in ihrer Wirkung so effektiv wie möglich sind, bindet die Telekom-Stiftung renommierte Experten aus Wissenschaft und Bildungspraxis in ihre Aktivitäten ein. Sie begleiten und beraten bei der Konzeption und Umsetzung der Vorhaben.

telekom-stiftung.de

 

Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

haus-der-kleinen-forscher.de

 

Über das Netzwerk „wonderlabz“
Im Jahr 2007 hat wonderlabz als gemeinnütziger Träger und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe das erste Netzwerk der Stiftung in Nordrhein-Westfalen aufgebaut und mit der Fortbildung pädagogischer Fach- und Lehrkräfte begonnen, die den Forschergeist von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter qualifiziert begleiten. Bis heute pflegen und erweitern wir diese wertvollen Beziehungen zu zahlreichen Kitas, Grundschulen und Berufskollegs. wonderlabz koordiniert das "Haus der kleinen Forscher" in den Städten: Solingen, Wuppertal, Remscheid und Kreis Mettmann. Das Netzwerk erreicht dort über 300 Einrichtungen (Kitas, Grundschulen) und es haben bereits über 1.000 Fach- und Lehrkräfte an den angebotenen Workshops teilgenommen.
www.wonderlabz.org/haus-der-kleinen-forscher